Auf seinen vielen Reisen machte Goethe häufig Station – und Dutzende von Häusern bewahren diese Erinnerung auf Plaketten und Schildern. Doch „das Goethehaus“, das ist nur ein einziges: das Haus am Frauenplan in Weimar. Johann Wolfgang von Goethe (1749– 1832) bezog das Haus 1782, zunächst als Mieter. Gewiss hatte er nicht erwartet, den Rest seines Lebens dort zu verbringen, als er 1775 der Einladung des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828) gefolgt war. Und dies fiel ihm auch nicht immer leicht, wenn man etwa an seine 1786 fluchtartig angetretene und heute weltberühmte italienische Reise denkt.
Errichtet wurde das stattliche Gebäude zwischen 1707 und 1709 von dem fürstlichen Kammerkommissar und Strumpfhändler Georg Caspar Helmershausen (1654–1716). Goethe baute das Wohnhaus nach seinen Bedürfnissen um und bewahrte dort auch seine Erinnerungen an Italien – man denke nur an den monumentalen Kopf der Juno Ludovisi (das Titelbild unseres Wochenkalenders 2026 NW2118). Die 18 heute noch zugänglichen Räume folgen aufeinander in einem ausdifferenzierten Farbkonzept und dienten der Repräsentation und Geselligkeit ebenso wie dem Wohnen. Und nicht zuletzt: dem Arbeiten. In seinem schlicht gehaltenen Arbeitszimmer entstand neben vielen anderen Werken auch die 1810 in zwei Bänden veröffentliche „Farbenlehre“. Einen Blick wert ist ebenfalls seine private Bibliothek (siehe das neue Kartenset KD266).
Noch ein knappes Jahr können Sie das Haus am Frauenplan besuchen: Ab 1. November 2026 wird es wegen Restaurierungsarbeiten, an denen sich auch die Deutsche Stiftung Denkmnalschutz beteiligt, bis Ende 2029 geschlossen.