Als die noch junge Bundeshauptstadt Bonn Anfang der 1950er Jahre beschloss, anstelle der kriegszerstörten Beethovenhalle einen neuen Konzertsaal zu errichten, schrieb sie einen Architektenwettbewerb aus. Den gewann Siegfried Wolske (1925–2005), ein Schüler Hans Sachrouns, der mit seinem kühnen, organischen Entwurf Bonn ein architektonisches Wahrzeichen bescherte.
1956 wurde mit dem Bau der heutigen Halle begonnen, an deren Finanzierung sich von Beginn an die Bürgerschaft intensiv beteiligte. Ihre Restaurierung in den letzten zehn Jahren konnte dank Ihrer Mithilfe auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz begleitet werden.
Dem modernen Architekturverständnis Siegfried Wolskes entsprach auch eine Innengestaltung, die Ludwig van Beethovens (1770–1827) Werk und Wirkung auf eine zukunftsweisende Art ehren sollte. Der renommierte Kölner Maler und Kunstprofessor Joseph Fassbender (1903–74) schuf dafür zwei Werke: Im Kleinen Raucherfoyer befindet sich der Bildfries "Vihaminazhera". Gleich ins Auge fällt sein 27 Meter langes Wandgemälde an der Stirnwand des Großen Foyers, das auch die Eingangstüren zum Großen Saal einbezieht. Fassbender schuf ein abstraktes Werk in den „Nicht-Farben“ Grau, Weiß, Schwarz und vor allem Gold, dem er selbst keinen Namen gab. Man kann darin eine Entsprechung zu den späten Werken Beethovens sehen: Singt der eingekerkerte Florestan in der Oper „Fidelio“ noch seinen Weg „zur Freiheit“ herbei, wird die Musik des ertaubenden Meisters immer abstrakter. Sie wird auf eine andere Art frei – bis hin zur Großen Fuge op. 133 von 1825, in der die formale Strenge mit einem Ton- und Klangspektrum korrespondiert, das in die Moderne vorausweist.
Die Kölner Textilkünstlerin Antje Rauner zitiert Fassbenders Werk in einem besonders weichen Jacquard-Schal aus reiner Merinowolle, der exklusiv für die Monumente Publikationen in Italien gefertigt wurde.